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CMA aus dem Jenseits: Fleisch für Säuglinge!
 

CMA aus dem Jenseits: Fleisch für Säuglinge!

Veröffentlicht am 24. Jul 2010

Nachdem die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) im Februar letzten Jahres von Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft wurde, begann ihr Auflösungsprozess sehr schnell. Naturgemäß war daraufhin praktisch nichts mehr von ihr zu hören.

Doch nun meldet sich die CMA (hoffentlich zum letzten Mal) aus dem Jenseits zurück: Einem Artikel auf Welt Online ist zu entnehmen, dass die CMA vor ihrer Liquidation eine Studie über den Fleischbedarf von Säuglingen in Auftrag gegeben hat. Wie es in der Wissenschaft leider recht üblich ist, fielen die jetzt veröffentlichten Studienergebnisse sehr im Sinne des Finanziers aus: Die Universität Bonn und das Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) kamen laut Welt Online zum Schluss, dass Säuglinge »nach dem vierten Monat oder allerspätestens nach einem halben Jahr« Fleisch zugefüttert bekommen sollten. Andernfalls drohe eine Eisenmangel-Anämie (Blutarmut).

Kritische Leser fragen sich, warum dann bis dato dann keine weitverbreitete Blutarmut unter ausschließlich mit Muttermilch ernährten Säuglingen bekannt geworden ist. Und auch seriöse Wissenschaftler lassen kein gutes Haar an der Empfehlung: Die im Rahmen der Studie erhobenen Daten würden die Empfehlungen nicht zulassen (m.a.W.: es wurde sich etwas zusammengereimt), selbst wenn sie den Schluss zulassen würden, seien keine aussagekräftigen Werte erhoben worden und die Empfehlung sei sogar gefährlich, da so Durchfallerkrankungen begünstigt und die Eisenaufnahme aus der Muttermilch verschlechtert würden, zitiert Welt Online mehrere Experten.

Wir empfehlen daher nach wie vor, die Aussagen der Agrarlobby und der mit ihnen verbandelten wissenschaftlichen Einrichtungen sehr kritisch zu beleuchten. Solange es irgendwie geht, wird die Agrarindustrie bezüglich der Umwelt- und Gesundheitsschäden ihrer Produkte ihre eigenen Wahrheiten finden und vertreten – häufig sogar mit der Unterstützung der Regierung. Das gilt auch für Tierschutzaspekte. So wurde beispielsweise in Deutschland Jahrzehntelang argumentiert, Legebatterien seien tiergerecht. In anderen Ländern wie den USA ist dies noch immer zu hören.

Bezüglich des tatsächlichen Fleischbedarfs von Säuglingen sei an die Empfehlung der American Dietetic Association (ADA) erinnert: Laut der weltweit größten Vereinigung von Ernährungsexperten ist die gut geplante vegetarische bzw. vegane Ernährung für alle Lebensabschnitte inkl. Schwangerschaft und Säuglingsalter geeignet. Sie kann sogar helfen, Volkskrankheiten wie Übergewicht, Herzkrankheiten und Krebs zu lindern und zu heilen.

Quelle: http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/cma-aus-dem-jenseits-fleisch-fur-sauglinge

 
Donnerstag, 29. Juli 2010 21:40 212
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